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Umbau auf Elektronikschloß

Umbau auf Elektronikschloß

Umbau auf Elektronikschloß

Ein langer Tresorschlüssel ist schon lästig. Also stellt man sich die Frage: wie kann ich meinen Tresor günstig selbst auf ein Elektronikschloß umbauen? Aber Achtung - Vorsicht Falle! Die erste Frage muss immer lauten: darf ich meinen Tresor selbst auf ein elektronisches Schloß umbauen?

Warum stelle ich diese Frage? Das ist ja mein Tresor und ich kann damit machen was ich will! Das stimmt schon, aber: wenn der Inhalt des Tresors versichert ist, beispielsweise im Rahmen meiner Hausratversicherung, dann ist dieser Tresor Bestandteil meines Versicherungsvertrages, und bei Veränderungen am Tresor greife ich einseitig in den Versicherungsvertrag ein und gefährde damit meinen Versicherungsschutz.

Dies gilt gleichbedeutend auch für anderweitig bestimmte Tresore, beispielsweise für BTM-Tresore, die zur Aufbewahrung von Betäubungsmitteln einzusetzen sind, oder und insbesondere auch für Waffenschränke, welche behördlich zur sicheren Aufbewahrung der Waffen von Jägern und Sportschützen vorgeschrieben sind, und an denen besonders gern gebastelt wird, nur um ein paar Euro für einen fachgerechten Umbau zu sparen. Hier spart man aber grundsätzlich am falschen Ende, denn im Schadensfall ist schnell die Berechtigung verwirkt. Also: Hände weg von Eigenleistung.

Warum kann ich das aber nicht selbst umbauen?

Ein Schloß ist doch schließlich einfach zu beschaffen, und ich bin ein so geschickter Bastler, ich bekomme das schon hin. Anleitungen, wie das geht, finde ich zuhauf im Internet, da kann doch nichts passieren? Falsch.

Jedes Tresormodell hat seine eigene Bestückungsliste, welches Tresorschloß darin verbaut werden darf. Die kennen Sie aber nicht, und der Tresorhersteller gibt die auch nicht an Endverbraucher heraus, selbst geprüfte Tresortechniker haben zuweilen erhebliche Probleme, an diese Informationen zu kommen. Bauen Sie also ein Schloß ein, welches nicht in der Bestückungsliste Ihres Tresors ist, erlischt die Sicherheitsstufe, und damit ist selbst der Inhalt eines Panzerschrankes nur noch soweit versicherbar wie in einer einfachen Geldkassette. Also lauert in der Auswahl des Schlosses die erste Gefahr.

Ein weiterer Aspekt ist: darf das Schloß eigentlich an der gedachten Montageposition montiert werden, oder sind zusätzliche Schutzmechanismen zu treffen. Hier lauert die größte Gefahr, denn ggf. sind zusätzliche Panzerungen einzubringen und Öffnungen zu verschließen, und dies nicht einfach so durch Zuschweißen, sondern die Öffnung muss gleichwertig zu der umlaufenden Panzerung eingebracht werden. Was ist das aber für eine Panzerung, woraus besteht sie? Die Panzerung kann viele Schichten aus unterschiedlichem Material beinhalten. Die ist aber in der Tür verborgen, man kann sie also weder sehen, noch Material und Qualität bestimmen. Was nun? Den Hersteller befragen? Sie ahnen die Antwort bereits: Glauben Sie ernsthaft, ein Hersteller wird Ihnen dazu eine genaue Auskunft geben? Versetzen Sie sich an die Stelle des Tresorbauers: da ruft irgend jemand an, erzählt Ihnen, er möchte gern mal wissen, wie der Türaufbau des XY-Tresors ist, weil er da gern billigst etwas dran verändern will. Würden Sie hier eine solche hochsensible Auskunft geben? Natürlich nicht. Was auch immer Sie tun, Sie fischen im Trüben und können irgend etwas machen - die Chancen, dass Sie richtig liegen, sind gleich null. Und auch hier der Hinweis: wenn Sie das nicht richtig machen, ist Ihr Versicherungsschutz oder Ihre Berechtigung nach einer Eigenvornahme rechtlich nicht mehr existent.

Das gleiche gilt, wenn Sie Sicherungseinbauten und andere Komponenten des Tresors entfernen, bearbeiten oder verändern, denn jedes Bauteil dient seinem eigenen Zweck und ist Bestandteil des Sicherheitskonzeptes. Jeder Eingriff in den Riegelwerksraum ist ein Eingriff in die Sicherheit, für die Sie teures Geld ausgegeben haben, und, im Schadensfall sind immer Sie in der Beweispflicht, dass dieses Sicherheitskonzept Bestand hat. Oftmals beauftragen Behörden und Versicherungen dazu einen Sachverständigen, beispielsweise vom VdS. Stellt dieser dann unfachmännische Selbstvornahme fest, wird es für Bastler richtig teuer.

Nur ein geprüfter Tresortechniker weiß, welches Sicherheitskonzept in Ihrem Tresor verbaut ist, unabhängig davon, ob es es sich um einen Waffenschrank in Sicherheitsstufe A nach VDMA 24992, einen Sicherheitsschrank in Schutzklasse S1 oder S2 oder auch um einen zertifizierten Wertschutzschrank in Widerstandsgrad N/0, I, II, III, IV, V oder VI nach EN 1143-1 handelt. Er kann die Sicherheit Ihres Wertbehältnis erhalten oder sogar durch geeignete Maßnahmen noch verbessern.

Ein finaler Aspekt: viele Fehlfunktionen sind begründet in unsachgemäßem Einbau, was oftmals Notöffnung / Zerstörung des Wertbehältnisses zur Folge hat.

Aus diesen Gründen raten wir dringend davon ab, in Eigenleistung Schlösser an Tresoren zu wechseln. HFD Treortechnik steht Ihnen in Fragen des Umbaus gern zur Seite.