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Arbeitsmittel Tresor

Arbeitsmittel Tresor

Arbeitsmittel Tresor

Was hat ein Tresor mit Arbeitsschutz zu tun?

 

Was sind Arbeitsmittel?

Arbeitsmittel sind Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen, die zur Verrichtung einer Arbeit erforderlich sind. (BfGA)

Zu den Arbeitsmitteln gehören alle Arten von Betriebs- und Geschäftsausstattung wie Werkzeuge, Maschinen, technische Anlagen, Büromöbel, Büromaterial oder Telekommunikationsanlagen. (Wikipedia).

Entscheidend für die Eigenschaft als Arbeitsmittel ist, dass es als Gebrauchsgegenstand fungiert und nicht als Verbrauchsstoff in die zu erstellenden Produkte eingeht. (nach Wirtschaftsökonom Erich Gutenberg).

 

Definition Tresor:

Ein Tresor ist ein Stahlschrank. In der Definition der Betriebssicherheit ist er ein spezielles Regalsystem mit einer oder mehreren Lagerflächen für Gegenstände.

 

Anerkennung als Arbeitsmittel:

Das Finanzamt erkennt Stahlschränke (leichte Modelle zur Akten- und Dokumentenaufbewahrung) und Tresore (Safe's, Panzer- und Wertschutzschränke) als Arbeitsmittel an, wobei die Nutzungsdauer für einen Stahlschrank bei 14 Jahren liegt, und die Nutzungsdauer für einen Tresor bei 23 Jahren (AfA-Regelung).

 

Welche Vorschriften gibt es für den sicheren Betrieb von Tresoren?

- Arbeitsschutzgesetz

- Betriebssicherheitsverordnung

 

Literatur Arbeitsschutzgesetz (Auszug):

Relevante Punkte im Fettdruck.

Anmerkungen rot im Kursivdruck.

 

§ 3 Grundpflichten des Arbeitgebers

(1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.

 

§ 4 Allgemeine Grundsätze

Der Arbeitgeber hat bei Maßnahmen des Arbeitsschutzes von folgenden allgemeinen Grundsätzen auszugehen:

1.

Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird;

2.

Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen;

Wortlaut des Arbeitsschutzgesetz: der Arbeitgeber ist also kraft Gesetz verpflichtet, eine Gefährdung für die physische Gesundheit zu vermeiden,  banal gesagt, die Gefahr eines Personenschadens möglichst auszuschließen.

§ 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen

(1) Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind.

(2) Der Arbeitgeber hat die Beurteilung je nach Art der Tätigkeiten vorzunehmen. Bei gleichartigen Arbeitsbedingungen ist die Beurteilung eines Arbeitsplatzes oder einer Tätigkeit ausreichend.

(3) Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch

1.

die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,

2.

physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,

3.

die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit,

 

Eine falsche Auswahl eines Arbeitsmittels kann bereits der Auslöser für eine Gefährdung sein.

 

§ 6 Dokumentation

(1) Der Arbeitgeber muss über die je nach Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten erforderlichen Unterlagen verfügen, aus denen das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die von ihm festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes und das Ergebnis ihrer Überprüfung ersichtlich sind. Bei gleichartiger Gefährdungssituation ist es ausreichend, wenn die Unterlagen zusammengefasste Angaben enthalten.

 

Er kann nicht, er muss sogar!

 

§ 7 Übertragung von Aufgaben

Bei der Übertragung von Aufgaben auf Beschäftigte hat der Arbeitgeber je nach Art der Tätigkeiten zu berücksichtigen, ob die Beschäftigten befähigt sind, die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen einzuhalten.

 

Fehlt also die Fachkunde, ist von einer Befähigung nicht auszugehen.

 

§ 13 Verantwortliche Personen

(1) Verantwortlich für die Erfüllung der sich aus diesem Abschnitt ergebenden Pflichten sind neben dem Arbeitgeber

1.

sein gesetzlicher Vertreter,

2.

das vertretungsberechtigte Organ einer juristischen Person,

3.

der vertretungsberechtigte Gesellschafter einer Personenhandelsgesellschaft,

4.

Personen, die mit der Leitung eines Unternehmens oder eines Betriebes beauftragt sind, im Rahmen der ihnen übertragenen Aufgaben und Befugnisse,

5.

sonstige nach Absatz 2 oder nach einer auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnung oder nach einer Unfallverhütungsvorschrift verpflichtete Personen im Rahmen ihrer Aufgaben und Befugnisse.

(2) Der Arbeitgeber kann zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich damit beauftragen, ihm obliegende Aufgaben nach diesem Gesetz in eigener Verantwortung wahrzunehmen.

 

Man kann nicht alles selber können. Wenn der Arbeitgeber also nicht die ausreichende Fachkunde besitzt, kann er seine eigene Verantwortung auf Dritte delegieren, die dann allerdings fachkundig sein müssen.

 

 

 

Literatur Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), Auszug:

§ 1

Anwendungsbereich und Zielsetzung

(1) Diese Verordnung gilt für die Verwendung von Arbeitsmitteln. Ziel dieser Verordnung ist es, die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit von Beschäftigten bei der Verwendung von Arbeitsmitteln zu gewährleisten. Dies soll insbesondere erreicht werden durch

  1. die Auswahl geeigneter Arbeitsmittel und deren sichere Verwendung,

erklärt sich von selbst.

 

§ 2
Begriffsbestimmungen

(1) Arbeitsmittel sind Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen, die für die Arbeit verwendet werden, sowie überwachungsbedürftige Anlagen.

Fertigungsbetriebe für Tresore in Deutschland gehören zum "Verband der Maschinen- und Anlagenbauer VDMA"

(2) Die Verwendung von Arbeitsmitteln umfasst jegliche Tätigkeit mit diesen. Hierzu gehören insbesondere das Montieren und Installieren, Bedienen, An- oder Abschalten oder Einstellen, Gebrauchen, Betreiben, Instandhalten, Reinigen, Prüfen, Umbauen, Erproben, Demontieren, Transportieren und Überwachen.

Hier geht es gar nicht darum, WER  das Arbeitsmittel verwendet, sondern nur um das reine Arbeiten mit einem Arbeitsmittel.

(3) Arbeitgeber ist, wer nach § 2 Absatz 3 des Arbeitsschutzgesetzes als solcher bestimmt ist.

(5) Fachkundig ist, wer zur Ausübung einer in dieser Verordnung bestimmten Aufgabe über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügt. Die Anforderungen an die Fachkunde sind abhängig von der jeweiligen Art der Aufgabe. Zu den Anforderungen zählen eine entsprechende Berufsausbildung, Berufserfahrung oder eine zeitnah ausgeübte entsprechende berufliche Tätigkeit. Die Fachkenntnisse sind durch Teilnahme an Schulungen auf aktuellem Stand zu halten.

Hier geht es um die Definition der Fachkundigkeit, woraus sich diese ableitet und die speziellen Anforderungen an die Fachkunde.

(6) Zur Prüfung befähigte Person ist eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Kenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln verfügt; soweit hinsichtlich der Prüfung von Arbeitsmitteln in den Anhängen 2 und 3 weitergehende Anforderungen festgelegt sind, sind diese zu erfüllen.

Hier wiederum geht es darum, welcher Personenkreis denn überhaupt das Arbeitsmittel prüfen darf. Damit steht fest, dass eine Ausbildung z.B. als KFZ-Schlosser einen Mitarbeiter nicht zur Prüfung eines Tresors qualifiziert.

(7) Instandhaltung ist die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Erhaltung des sicheren Zustands oder der Rückführung in diesen. Instandhaltung umfasst insbesondere Inspektion, Wartung und Instandsetzung.

Definition Instandhaltung eines Arbeitsmittels

(8) Prüfung ist die Ermittlung des Istzustands, der Vergleich des Istzustands mit dem Sollzustand sowie die Bewertung der Abweichung des Istzustands vom Sollzustand.

Definition Prüfung eines Arbeitsmittels

(9) Prüfpflichtige Änderung ist jede Maßnahme, durch welche die Sicherheit eines Arbeitsmittels beeinflusst wird. Auch Instandsetzungsarbeiten können solche Maßnahmen sein.

Definiton Änderung eines Arbeitsmittels

(10) Stand der Technik ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme oder Vorgehensweise zum Schutz der Gesundheit und zur Sicherheit der Beschäftigten oder anderer Personen gesichert erscheinen lässt. Bei der Bestimmung des Stands der Technik sind insbesondere vergleichbare Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen heranzuziehen, die mit Erfolg in der Praxis erprobt worden sind.

Definition Stand der Technik

(11) Gefahrenbereich ist der Bereich innerhalb oder im Umkreis eines Arbeitsmittels, in dem die Sicherheit oder die Gesundheit von Beschäftigten und anderen Personen durch die Verwendung des Arbeitsmittels gefährdet ist.

(12) Errichtung umfasst die Montage und Installation am Verwendungsort.

 

§ 3
Gefährdungsbeurteilung

(1) Der Arbeitgeber hat vor der Verwendung von Arbeitsmitteln die auftretenden Gefährdungen zu beurteilen (Gefährdungsbeurteilung) und daraus notwendige und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten.

(2) In die Beurteilung sind alle Gefährdungen einzubeziehen, die bei der Verwendung von Arbeitsmitteln ausgehen, und zwar von

  1. den Arbeitsmitteln selbst,
  2. der Arbeitsumgebung und
  3. den Arbeitsgegenständen, an denen Tätigkeiten mit Arbeitsmitteln durchgeführt werden.

Noch bevor der Buchhalter also einen Tresor in Betrieb nehmen darf, muss der Arbeitgeber für diesen Tresor eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen (entweder persönlich oder von Fachkundigen) und dies auch dokumentieren!

 

(3) Die Gefährdungsbeurteilung soll bereits vor der Auswahl und der Beschaffung der Arbeitsmittel begonnen werden. Dabei sind insbesondere die Eignung des Arbeitsmittels für die geplante Verwendung, die Arbeitsabläufe und die Arbeitsorganisation zu berücksichtigen. Die Gefährdungsbeurteilung darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Verfügt der Arbeitgeber nicht selbst über die entsprechenden Kenntnisse, so hat er sich fachkundig beraten zu lassen.

Der Text der Verordnung spricht für sich und lässt auch keinen Spielraum. Leitet sich auch aus §13 ArbSchG ab.

(4) Der Arbeitgeber hat sich die Informationen zu beschaffen, die für die Gefährdungsbeurteilung notwendig sind.

(6) Der Arbeitgeber hat Art und Umfang erforderlicher Prüfungen von Arbeitsmitteln sowie die Fristen von wiederkehrenden Prüfungen ...  zu ermitteln und festzulegen... . Die Fristen für die wiederkehrenden Prüfungen sind so festzulegen, dass die Arbeitsmittel bis zur nächsten festgelegten Prüfung sicher verwendet werden können.

Auch hier sind Verantwortliche und Verantwortung klar formuliert: .

Ferner hat der Arbeitgeber zu ermitteln und festzulegen, welche Voraussetzungen die zur Prüfung befähigten Personen erfüllen müssen, die von ihm mit den Prüfungen von Arbeitsmitteln nach den §§ 14 , 15 und 16 zu beauftragen sind.

(7) Die Gefährdungsbeurteilung ist regelmäßig zu überprüfen. Dabei ist der Stand der Technik zu berücksichtigen. siehe §2 Abs. 10. Soweit erforderlich, sind die Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln entsprechend anzupassen. Der Arbeitgeber hat die Gefährdungsbeurteilung unverzüglich zu aktualisieren, wenn

  1. sicherheitsrelevante Veränderungen der Arbeitsbedingungen einschließlich der Änderung von Arbeitsmitteln dies erfordern,
  2. neue Informationen, insbesondere Erkenntnisse aus dem Unfallgeschehen oder aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge, vorliegen oder
  3. die Prüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen nach § 4 Absatz 5 ergeben hat, dass die festgelegten Schutzmaßnahmen nicht wirksam oder nicht ausreichend sind.

Ergibt die Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung, dass keine Aktualisierung erforderlich ist, so hat der Arbeitgeber dies unter Angabe des Datums der Überprüfung in der Dokumentation nach Absatz 8 zu vermerken.

(8) Der Arbeitgeber hat das Ergebnis seiner Gefährdungsbeurteilung vor der erstmaligen Verwendung der Arbeitsmittel zu dokumentieren.

Auch hier wieder die Verpflichtung: erst Gefährdungsbeurteilung erstellen, dann Tresor einräumen.

§ 4
Grundpflichten des Arbeitgebers

(1) Arbeitsmittel dürfen erst verwendet werden, nachdem der Arbeitgeber

  1. eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt hat,
  2. die dabei ermittelten Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik getroffen hat und
  3. festgestellt hat, dass die Verwendung der Arbeitsmittel nach dem Stand der Technik sicher ist

Und weil es nicht ausreicht, hier nochmal die Zusammenfassung in Kurzform und ganz harsch als "Grundpflicht" ausgewiesen!!

 

§ 5 Anforderungen an die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel

(1) Der Arbeitgeber darf nur solche Arbeitsmittel zur Verfügung stellen und verwenden lassen, die unter Berücksichtigung der vorgesehenen Einsatzbedingungen bei der Verwendung sicher sind. Die Arbeitsmittel müssen

  1. für die Art der auszuführenden Arbeiten geeignet sein,
  2. den gegebenen Einsatzbedingungen und den vorhersehbaren Beanspruchungen angepasst sein und
  3. über die erforderlichen sicherheitsrelevanten Ausrüstungen verfügen,

sodass eine Gefährdung durch ihre Verwendung so gering wie möglich gehalten wird.

Was ist denn die "vorhersehbare Beanspruchung"? So, wie eine Presse eine Stunde oder 16 Stunden am Tag laufen kann, kann auch ein Tresor drei Mal die Woche oder jeden Tag 70 Mal auf und zu gemacht werden. Insofern ist es richtig, die Arbeitsmittel, hier den Tresor, bereits vor Kauf auf die notwendige Qualität zu hinterfragen.

§ 9
Weitere Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln

(1) Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsmittel unter Berücksichtigung der zu erwartenden Betriebsbedingungen so verwendet werden, dass Beschäftigte gegen vorhersehbare Gefährdungen ausreichend geschützt sind. Insbesondere müssen

  1. Arbeitsmittel ausreichend standsicher sein und, falls erforderlich, gegen unbeabsichtigte Positions- und Lageänderungen stabilisiert werden, Tresore also fest verankern.
  2. Arbeitsmittel mit den erforderlichen sicherheitstechnischen Ausrüstungen versehen sein,
  3. Arbeitsmittel, ihre Teile und die Verbindungen untereinander den Belastungen aus inneren und äußeren Kräften standhalten, Aspekte beim Tresor wären hier die Scharniere, Riegelwerke, Schlösser und Trägerschienen oder Auszüge für die Zwischenböden

§ 10
Instandhaltung und Änderung von Arbeitsmitteln

(1) Der Arbeitgeber hat Instandhaltungsmaßnahmen zu treffen, damit die Arbeitsmittel während der gesamten Verwendungsdauer den für sie geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen entsprechen und in einem sicheren Zustand erhalten werden. Dabei sind die Angaben des Herstellers zu berücksichtigen. Notwendige Instandhaltungsmaßnahmen nach Satz 1 sind unverzüglich durchzuführen und die dabei erforderlichen Schutzmaßnahmen zu treffen.

Das Arbeitsmittel (Tresor) also nicht garnicht oder nur einmal in zwanzig Jahren wenn nichts mehr geht instandhalten lassen.

(2) Der Arbeitgeber hat Instandhaltungsmaßnahmen auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung sicher durchführen zu lassen und dabei die Betriebsanleitung des Herstellers zu berücksichtigen. Instandhaltungsmaßnahmen dürfen nur von fachkundigen, beauftragten und unterwiesenen Beschäftigten oder von sonstigen für die Durchführung der Instandhaltungsarbeiten geeigneten Auftragnehmern mit vergleichbarer Qualifikation durchgeführt werden.

Wer also nicht weiß, auf was er achten muss, darf da nicht selbst Hand anlegen.

 

§ 14
Prüfung von Arbeitsmitteln

(1) Der Arbeitgeber hat Arbeitsmittel, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt, vor der erstmaligen Verwendung von einer zur Prüfung befähigten Person prüfen zu lassen. Die Prüfung umfasst Folgendes:

  1. die Kontrolle der vorschriftsmäßigen Montage oder Installation und der sicheren Funktion dieser Arbeitsmittel,
  2. die rechtzeitige Feststellung von Schäden,
  3. die Feststellung, ob die getroffenen sicherheitstechnischen Maßnahmen wirksam sind.

Dies erklärt sich von selbst

Prüfinhalte, die im Rahmen eines Konformitätsbewertungsverfahrens geprüft und dokumentiert wurden, müssen nicht erneut geprüft werden. Die Prüfung muss vor jeder Inbetriebnahme nach einer Montage stattfinden.

(2) Arbeitsmittel, die Schäden verursachenden Einflüssen ausgesetzt sind, die zu Gefährdungen der Beschäftigten führen können, hat der Arbeitgeber wiederkehrend von einer zur Prüfung befähigten Person prüfen zu lassen.

Einfachste Definition von "Schäden verursachenden Einflüssen": Materialabrieb, Materialermüdung, Materialbruch, ausgelöst von nicht oder nicht fachgerecht durchgeführter Wartung, Alterung oder unsachgemäßer Behandlung der Arbeitsmittel.

(3) Arbeitsmittel sind nach prüfpflichtigen Änderungen vor ihrer nächsten Verwendung durch eine zur Prüfung befähigte Person prüfen zu lassen. Arbeitsmittel, die von außergewöhnlichen Ereignissen betroffen sind, die schädigende Auswirkungen auf ihre Sicherheit haben können, durch die Beschäftigte gefährdet werden können, sind vor ihrer weiteren Verwendung einer außerordentlichen Prüfung durch eine zur Prüfung befähigte Person unterziehen zu lassen. Außergewöhnliche Ereignisse können insbesondere Unfälle, längere Zeiträume der Nichtverwendung der Arbeitsmittel oder Naturereignisse sein.

Stichwort: wir haben da seit Jahren noch einen alten Tresor auf dem Lager stehen, den können wir doch jetzt in der Filiale wieder einsetzen. OK, aber bitte nicht, ohne eine Prüfung des Zustandes!

5) Der Fälligkeitstermin von wiederkehrenden Prüfungen wird jeweils mit dem Monat und dem Jahr angegeben. Die Frist für die nächste wiederkehrende Prüfung beginnt mit dem Fälligkeitstermin der letzten Prüfung. Wird eine Prüfung vor dem Fälligkeitstermin durchgeführt, beginnt die Frist für die nächste Prüfung mit dem Monat und Jahr der Durchführung. Für Arbeitsmittel mit einer Prüffrist von mehr als zwei Jahren gilt Satz 3 nur, wenn die Prüfung mehr als zwei Monate vor dem Fälligkeitstermin durchgeführt wird. Ist ein Arbeitsmittel zum Fälligkeitstermin der wiederkehrenden Prüfung außer Betrieb gesetzt, so darf es erst wieder in Betrieb genommen werden, nachdem diese Prüfung durchgeführt worden ist; in diesem Fall beginnt die Frist für die nächste wiederkehrende Prüfung mit dem Termin der Prüfung. Eine wiederkehrende Prüfung gilt als fristgerecht durchgeführt, wenn sie spätestens zwei Monate nach dem Fälligkeitstermin durchgeführt wurde...

Kennen wir vom Auto und dem TÜV.

(6) Zur Prüfung befähigte Personen nach § 2 Absatz 6 unterliegen bei der Durchführung der nach dieser Verordnung vorgeschriebenen Prüfungen keinen fachlichen Weisungen durch den Arbeitgeber. Zur Prüfung befähigte Personen dürfen vom Arbeitgeber wegen ihrer Prüftätigkeit nicht benachteiligt werden.

(7) Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass das Ergebnis der Prüfung nach den Absätzen 1 bis 4 aufgezeichnet und mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahrt wird. Dabei hat er dafür zu sorgen, dass die Aufzeichnungen nach Satz 1 mindestens Auskunft geben über:

  1. Art der Prüfung,
  2. Prüfumfang,
  3. Ergebnis der Prüfung und
  4. Name und Unterschrift der zur Prüfung befähigten Person

§ 16
Wiederkehrende Prüfung

(1) Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass überwachungsbedürftige Anlagen ...  wiederkehrend auf ihren sicheren Zustand hinsichtlich des Betriebs geprüft werden.

(2) Bei der wiederkehrenden Prüfung ist auch zu überprüfen, ob die Frist für die nächste wiederkehrende Prüfung ... zutreffend festgelegt wurde.

 

Was bedeutet das denn nun für den Betrieb von Tresoren?

Unterschieden werden muss zunächst einmal zwischen privat genutzten Tresoren und gewerblich genutzten Tresoren.

Einfach gesagt: der Gesetzgeber interessiert sich nicht dafür, ob Ihnen als Privatmann die Tresortür auf die Füße fällt. Setzen Sie jedoch einen Tresor gewerblich ein und lassen diesen, auch wenn nur sporadisch, von Mitarbeitern bedienen, müssen Sie die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes und der Betriebssicherheitsverordnung beachten, unabhängig davon, ob das nun der Kassenschrank in der Buchhaltung oder der Schlüsseltresor in der Werkstatt ist, denn in beiden Fällen handelt es sich um Arbeitsmittel für Ihre Arbeitnehmer.

Weit verbreitet ist hier die Ansicht, ein Tresor hält fünfzig Jahre, da geht nichts dran kaputt. Dokumentierte Fälle, in denen Trägerschienen abgerissen sind und spontan eine größere Anzahl von herabstürzenden Aktenordnern Arbeitnehmer unter sich begraben haben oder auch abreißende Türscharniere dazu führten, dass die Tür beim Öffnen spontan herausgefallen ist und dem Bediener auf die Füße gefallen ist, wiederlegen diese landläufige Meinung.

Die Gründe dafür sind vielfältig, doch stets spielt Sorglosigkeit und der Wunsch nach Einsparungen in einem Bereich, den man persönlich als nicht notwendig erachtet, eine große Rolle.

Die europäische Norm EN 1143-1 schreibt vor, dass Tresore alle vier Jahre geprüft werden müssen. Hersteller schreiben Wartungen in der Regel im jährlichen Turnus vor. In der Realität können diese starren Regelungen durchaus variieren, abhängig von Istzustand und zu erwartender weiterer Nutzung und Frequenz.

Daher können wir wiederkehrende Prüfungen zeitlich den Abnutzungsgraden anpassen. Dies kann allerdings nur eine fachkundige Person entscheiden, und hierbei können wir Sie unterstützen.

Grundlage hierfür ist unsere Befähigung als fachkundige Person, nachgewiesen durch eine Sachkundeprüfung nach DIN EN 15635 sowie unsere langjährige Tätigkeit im Kundendienst an Tresoren aller im Markt vorkommenden Tresore.