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Versicherbarkeit von Tresoren

Versicherbarkeit von Tresoren

Versicherbarkeit von Tresoren

VdS, ECB, CNPP, SBSC, Tresor Test, IMP und andere Prüfinstitute: Anerkennung des Tresor als Wertbehältnis in Allgemeine Hausrat Versicherungsbedingungen.

 

 

 

 

Die Allgemeinen Hausrat Versicherungsbedingungen (VHB) sind Leitlinien vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., dem Dachverband der deutschen Sachversicherer, die von den meisten Versicherungen in Deutschland so oder ähnlich in die Versicherungsbedingungen der Hausratversicherung übernommen werden. Nach §13 der VHB 2010 werden die folgenden Wertschutzschränke in der Hausratversicherung anerkannt:

Zitat:

b) Wertschutzschränke im Sinne von Nr. 2b) sind Sicherheitsbehältnisse, die

aa) durch die VdS Schadenverhütung GmbH oder durch eine gleichermaßen qualifizierte Prüfstelle anerkannt sind und

bb) als freistehende Wertschutzschränke ein Mindestgewicht von 200 kg aufweisen oder bei geringerem Gewicht nach den Vorschriften des Herstellers fachmännisch verankert oder in der Wand oder im Fußboden bündig eingelassen sind (Einmauerschrank).

Zitat Ende

Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass ein einzelnes Unternehmen namentlich genannt ist, nämlich die "VdS Schadenverhütung GmbH".  VdS ist die Abkürzung für "Verband der Sachversicherer", ist also ein Verband der meisten in Deutschland tätigen Sachversicherungsunternehmen, die eigens für diesen Zweck eine "GmbH = Gesellschaft mit beschränkter Haftung" gegründet hat. Eine GmbH ist allerdings ein auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtetes Unternehmen und damit weder gemeinnützig wie bspw. eine Stiftung noch staatlich wie eine Behörde. Die Sachversicherer kochen also hier ein eigenes Süppchen, nennen das "Vertrauen durch Sicherheit" und meinen dennoch nur Abgrenzung dieses Sicherheitsbereichs vor unliebsamen Wettbewerb, um damit eigenen wirtschaftlichen Erfolg zu mehren. Damit man nun keine kartellrechtlichen Konsequenzen zu fürchten hat, wurde ein Hintertürchen eingebaut, durch den Zusatz "oder durch eine gleichermaßen qualifizierte Prüfstelle anerkannt".

Was ist aber eine "gleichermaßen qualifizierte Prüfstelle"?

Die Prüfung eines Wertbehältnisses erfolgt in Prüflaboratorien. Diese Typprüfungen dienen zur Ermittlung des definierten Schutzes gegen Einbruchdiebstahl mit handelsüblichen elektrischen, mechanischen oder auch thermischen wirkenden Werkzeugen. Dies darf nicht irgendeine Prüfstelle vornehmen, sondern eine nach EN ISO/IEC 17025 akkreditierte Prüfstelle. Diese Akkreditierung wird in Deutschland von der DAkkS, der Deutschen Akkreditierungsstelle, an diejenigen Prüfstellen auf Antrag erteilt, die die notwendige Qualifizierung für derartige Prüfungen nachgewiesen haben.

Ein Beispiel:

HFD_Tresore_Tresor_VdS_Widerstandsgrad_I_II_III_IV_V_Label_Vertrauen_durch_Sicherheit

 

 

 

 

 

Die VdS Schadenverhütung betreibt ein eigenes Prüflabor, VdS-LAB. VdS-LAB testet also Wertbehältnisse qualifiziert auf Einbruchsicherheit als eine nach EN ISO/IEC 17025 akkreditierte Prüfstelle. Ein solcher Test endet mit einem Prüfbericht für die beantragende Stelle, in der Regel der Tresorhersteller. Dieser kann sowohl positiv (bestanden) oder negativ (nicht bestanden) ausfallen. Mit einem positiven Prüfbericht kann nun die beantragende Stelle, also unser Tresorhersteller, die Zertifizierung des erfolgreich geprüften Wertbehältnisses bei einer Zertifizierungsstelle beantragen. Einen solchen Prüfbericht bekommt kein Anwender zu sehen, er wird hermetisch unter Verschluß gehalten.

Wie geht es weiter?

Mit diesem Prüfbericht beantragt die beantragende Stelle, also unser Tresorhersteller, nun die Zulassung einer Zertifizierung des geprüften Produktes. Diese Zertifizierung nimmt nicht das Prüflabor vor, sondern eine eigene Zertifizierungsstelle, die nach EN ISO/IEC 17065 akkreditiert sein muss (das ist ein anderes Akkreditierungsverfahren, als es die Prüfstelle haben muss, sieht man an den abweichenden EN-Nummern). Wiederum gilt: diese Akkreditierung wird in Deutschland von der DAkkS, der Deutschen Akkreditierungsstelle, an diejenigen Zertifizierungsstellen auf Antrag erteilt, die die notwendige Qualifizierung für derartige Zertifizierungen nachgewiesen haben.

Wieder ein Beispiel:

HFD_Tresore_Tresor_VdS_Widerstandsgrad_I_II_III_IV_V_Label_Vertrauen_durch_Sicherheit

 

 

 

 

 

Die VdS Schadenverhütung betreibt eine eigene Zertifizierungsstelle, VdS-ZERT, welche, wie jede andere akkreditierte Zertifizierungsstelle auch, eine Überprüfung der Erfüllung aller Anforderungen zum Entscheid über die Zertifizierungswürdigkeit sowie eine Klassifizierung der Wertbehältnisse vornimmt. Sind die Voraussetzungen gegeben, wird für das beantragte geprüfte Wertbehältnis eine Anerkennung ausgestellt. Der Anerkennungsinhaber ist nun berechtigt, für die anerkannten Wertbehältnisse Anerkennungsplaketten abzurufen, sprich: von der Zertifizierungsstelle zu kaufen! Mit dem Abruf dieser sogenannten Konformitätsplaketten unterliegt der Herstellerbetrieb dann der Qualitäts-Fremdkontrolle durch die Zertifizierungsstelle, welche fortan den Herstellungsbetrieb in regelmäßigen Besuchen überwacht. Diese Konformitätsausweise sind also die Anerkennungsplaketten, die Sie auf der Türinnenseite eines solchen zertifizierten Produktes finden:

Plakette_VdS_1Plakette_ECB-S_neutralPlakette_IMPTresor_Test_Pruefplakette

Wie in Deutschland üblich, kostet eine Anerkennungsplakette einer deutschen Zertifizierungsstelle viel mehr Geld wie eine Anerkennungsplakette einer europäischen Zertifizierungsstelle. Da sich in der Masse hier viel Geld verdienen lässt, liegt es nahe, dass versucht wird, den deutschen Markt gegen den europäischen Wettbewerb abzuschotten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. setzt da noch einen drauf und lässt ihre Mitglieder in die VHB einen Passus einfügen, die hier versucht, jeglichen Wettbewerbes der eigenen Tochterunternehmen VdS-LAB und VdS-ZERT auszuschalten.

Dagegen setzt sich nun ein anderes deutsches akkreditiertes Prüf- und Zertifizierungsunternehmen, die ECB GmbH, zur Wehr und nimmt wie folgt Stellung, indem sie eine Gleichwertigkeit von VdS und ECB herausstellt:

Zitat:

Die Gleichwertigkeit liegt vor:

Wie auch der VdS sind die European Certification Body (ECB) und deren Vorgängerorganisationen (FuP Forschungs- und Prüfgemeinschaft Geldschränke und Tresoranlagen und ESSA European Security Systems Association) seit 1992 von der DAkkS - Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH - als Zertifizierungsstelle für Sicherheitsprodukte akkreditiert.

Zusätzlich zur Akkreditierung hat sich die ECB und VdS in der EFSG (European Fire and Security Group) zusamengeschlossen, um eine Gleichwertigkeit bestimmter Zertifizierungsstellen sicherzustellen. Die Unterzeichner (ECB, CNPP, SBSC sowie VdS) des EFSG-Multilateral Agreements (MA) on Safes and Strongrooms treffen sich regelmäßig zu Erfahrungsaustauschveranstaltungen, in denen sie aktuelle Probleme und Prüfmethoden erörtern. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen "Round-Robin-Tests" (Vergleichstests) durchgeführt, bei denen die Gleichwertigkeit anhand von Typprüfungen kontrolliert wird. Die EFSG MA-Zertifizierungsstellen bestätigen mit der MA-Unterzeichnung die gleichwertige Qualität des ECB S-Zertifikats gegenüber der VdS-Anerkennung.

Hintergrund European Certification Body GmbH:

Die ECB hat als neutrale Zertifizierungsstelle zurzeit über 1000 gültige ECB S-Zertifikate für Einbruchdiebstahl-Produkte und brandschutztechnische Erzeugnisse sowie für Hochsicherheitsschlösser im globalen Sicherheitsmarkt. Mehr als 2,5 Millionen ECB S-Zertifizierungsmarken sind bisher an die Zertifikatinhaber abgegeben worden. Damit ist die ECB eine der führenden Zertifizierungsdienstleister für Sicherheitsprodukte in der internationalen Sicherheitsbranche. Grundlage für die ECB S-Produktzertifizierungen sind Europäische Normen.

Die ECB S-Zertifizierungsmarke bietet dem Anwender ein Höchstmaß an Sicherheit bei Investitionsentscheidungen. Für die Versicherungswirtschaft ist sie eine verlässliche Basis für die Risikokalkulation und die damit verbundene versicherungstechnische Einstufung. Das ECB S-Zertifikat der European Certification Body wird in der globalen Sicherheitsbranche von den führenden Versicherungsgesellschaften anerkannt.

Zitat Ende.

Das ist schon mal eine gute Argumentation für und von ECB in Frankfurt. Gilt demzufolge gleichermaßen für CNPP und SBSC zertifizierte Produkte. Warum sollte dies nicht genau so für andere Prüf- und Zertifizierungsstellen in Europa gelten, wenn diese von den für sie zuständigen staatlichen Akkreditierungsstellen akkreditiert sind? Nur, weil sich hier vier Institute zu einem exclusiven Kaffeekränzchen namens EFSG zusammen getan haben, bedeutet dies noch lange nicht, dass nur diese vier Anbieter die Kompetenz mit Löffeln essen!

Global hört sich auch gut an. Wenn man sich zusammentun muss, um der Vorherrschaft von VdS in Deutschland anzukratzen und sonst mit den europäischen Wettbewerbern nur wenig zu tun haben möchte, relativiert sich das schnell.

Eine berechtigte Frage bleibt: nehmen sich diese vier Institutionen durch ihre Abschottung nicht sogar die Möglichkeiten eines berechtigten gesamteuropäischen Austausches mit den ungeladenen Nichtteilnehmern ihrer "Erfahrungsaustauschveranstaltungen", um hier auch von deren Erfahrungen in den Prüfungen und insbesondere der Aufbruchmethoden zu partizipieren, und schaden Sie somit möglicherweise bewusst den Anwendern von Tresoren, nur um ihres eigenen Vorteils der Herbeiführung eines oligarchen Marktes willen?

Es ist ein Hauen und Stechen um die Fleischtöpfe. Jetzt sind Sie als Anwender und Verbraucher aufgerufen, hier moderat zu intervenieren.

Aber bitte bedenken Sie auch: einem Versicherer steht es frei, Ihren Antrag anzunehmen oder auch abzulehnen, wenn es ihm passt, sogar, weil Sie in einem Haus mit einer ungeraden Hausnummer wohnen oder weil Ihr Name mit einem "M" beginnt. Den Grund dafür wird man Ihnen zwar üblicherweise nicht mitteilen, aber es liegt eben in der Freiheit jedes Wirtschaftsunternehmens zu entscheiden, ob man ein Geschäft miteinander eingehen möchte oder eben nicht.

Wir hoffen, Ihnen hiermit einen interessanten Einblick in die Hintergründe der möglichen Versicherbarkeit Ihres Tresors und Wertschutzschrankes gegeben zu haben. Dies betrifft aber ausdrücklich ein mögliches Vertragsverhältnis zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer, ist also insofern unabhängig von einem ganz anderen Vertragsverhältnis, dem zwischen Kaufpartei und Lieferant. Wir bieten Ihnen qualitativ hochwertige Tresore aus europäischer Fertigung. Jedes Modell hat dabei seine Berechtigung, und oftmals steht die Versicherbarkeit nicht an Nummer 1 Ihrer Kaufkriterien, sondern der günstige Preis oder ein bestimmtes Maß oder auch ein Modell, was weniger häufiger im Markt anzutreffen ist und dessen Konstruktion bei Einbrechern nicht bekannt ist und wodurch oftmals sogar ein unzertifizierter seltener Tresor gegenüber seinem weitverbreiteten zertifizierten Pendant einen nicht zu unterschätzenden Sicherheitsvorsprung hat. Die Weisheit zum Ende: Ein Tresor ist besser wie kein Tresor.

Zu Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.