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Scharniere

Scharniere

Das Scharnier verbindet den Korpus mit der Tür. Üblicherweise ist eine Tresortür an mindestens zwei Stellen scharniergeführt. Es gibt mehrere Arten von Scharnieren:

- Drehstabscharniere

Diese finden wir für gewöhnlich an den allerbilligsten Produkten. Ein Rundstahl ist von hinten über die Gesamthöhe des Türblattes angeschweißt und oben und unten im Korpus geführt, oftmals nur in einer im Korpus angeschweißten Gewindemutter. Ungeschmiert verschleißt sich ein solcher Drehstab im Laufe der Zeit und die Lagerführung schlägt aus. Drehstabscharniere sind innenliegend, und auch die Tür liegt zum Korpus nach innen versetzt. Auch einbruchtechnisch kann man diese Modell leicht mit einigen wenigen Hammerschlägen an der Scharnierseite öffnen, sie bieten wenig Widerstand. Die Tür kann nach der Tresorfertigung nicht mehr entfernt werden, um bspw. Wartungsarbeiten vorzunehmen.

- Verschwindscharniere

Solche Scharniere werden oftmals für wertigere Wand- und Möbeltresore eingesetzt. Sie sind mehrteilig, mit einem Lagerklotz im Korpus, einem Scharnierstift, und einem Scharnierbügel, welcher von innen am Türblatt angeschweißt wird. Die Bügel sind am Scharnierstift offen ausgeführt oder die Lagerklötze mit einer Schmierbohrung versehen, damit man in regelmäßigen Abständen abschmieren kann. Die Tür kann ausgehangen werden. Verschwindscharniere sind von außen nicht zugänglich, die Tresorfront ist damit glatt und bündig.

- Außenliegende Scharniere, Lappenbänder

Solche Scharniere werden für schwere Stand-Tresore eingesetzt. Sie sind außen liegend, stehen also über den eigentlichen Korpus hinaus und vergrößern damit die Außenabmessungen. Da die oftmals betonierten Türen (ca. 1/3 der Gesamtmasse des Tresors!) sehr schwer sind und meistens nur an zwei Scharnieren hängen (der Techniker weiß, die Tür läuft nur auf einem der beiden Scharniere und wird am zweiten nur richtungsgeführt), kann sich jeder leicht vorstellen, was passiert, wenn ein Scharnier bricht. Hier besteht eine enorme Unfallgefahr für den Nutzer. Nicht umsonst weist jeder Hersteller eindringlich darauf hin, dass die Scharniere in "regelmäßigen Abständen" abgeschmiert werden sollen, aber niemand hält sich dran. Schwerer Fehler! Sie ahnen es, es gibt auch hier verschiedene Qualitäten im Markt. Schauen wir dem Billigprodukt ins Scharnier: dort finden wir zwei Stahlkloben, ausgeführt in Stahl ST 37, mit einem Scharnierbolzen, ausgeführt ebenfalls in ST 37. Gleiche Materialien reiben sich ab, am Scharnier werden "Schmutzfahnen" sichtbar. Die Folge: im Scharnier wird das Spiel durch den Abrieb immer größer. Die Tür klemmt oben an der Öffnungsseite, und sitzt unten auf dem Bodenrahmen auf. Der Benutzer reißt dann heftig an der Tür bis sich der Griff lockert, und irgendwann ist das Scharnier so fest, dass es einfach bricht und die Tür herausfällt und auf den Nutzer stürzen kann. Wie macht man das richtig? Über hundert Jahre deutsche Tresorbautechnik zeigen uns, wie es geht. Ein gutes Scharnier ist hier mehrteilig gefertigt, mit einem gehärteten Scharnierstift und entweder einer weicheren Einpresshülse, oder einem weicheren Messingring mit Bund in der Zwischenlage. Solche Scharniere sind wartungsarm, doch auch sie benötigen von Zeit zu Zeit ein wenig Schmierung. Hilfreich sind auch Einstellschrauben in den Scharnieren, mit denen die Höhe verstellt werden kann.

Hier nun die Bildergalerie, die Bilder sprechen für sich:

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