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Riegelwerk

Riegelwerk

Ein Riegelwerk verbindet die Schließriegel (auch Bolzen genannt) der jeweiligen Schließrichtungen miteinander und wird von außen mittels des Griffes betätigt. Das Riegelwerk wird mit einem (oder auch mehreren) Schlössern versperrt. Somit ist das Riegelwerk das zentrale Bedienelement in der Tür.

Größter Ausfallfaktor eines Tresors ist stets das Bundle Schloß und Riegelwerk.

Bekannte Problemquellen sind hier:

- unzureichend eingenietete Mitnehmerstifte, die sich unter Belastung / Schwergängigkeit lockern oder lösen, wodurch die Riegelstangen nicht mehr zu betätigen sind. Keine Öffnung auch bei offenem Schloß mehr möglich!

- viel zu schwere Riegelstangen / Basküle, die diesen Effekt noch verstärken.

- unsaubere Verarbeitung von Baskülführungen, dadurch Verklemmen des Riegelwerkes mit Schwergängigkeit

- unsaubere Bolzenführungen, dadurch Verkanten und Verklemmen der Bolzen mit Schwergängigkeit

- schief eingeschweißte Riegelwerke, so dass die Bolzen nur verkantet in die Führungen einlaufen.

- zu lange oder zu kurze Baskülstangen. Beim Einbauen der Bolzen wird dann die Bolzenaufnahme gestaucht oder gestreckt, der Schließbolzen steckt schief in der Bolzenaufnahme, bei Verwendung selbstsichernder Clips wird häufig der Bolzen und / oder der selbstsichernde Clip deformiert, nach unbestimmter Zeit löst sich der Sicherungsclip und der Bolzen wird nicht mehr durch die Baskülstange angetrieben: Keine Öffnung auch bei offenem Schloß mehr möglich!

- nicht durchgängig geschmierte Riegelwerkszentralen, Baskül- und Bolzenführungen: jeder mechanische Antrieb hätte gern ein wenig Schmierstoff an der richtigen Stelle, fehlt der oder ist nur unzulänglich eingebracht und erreicht nicht die angetriebenen Bauteile, läuft das gesamte System nur sehr stramm. Das wird im Laufe der Nutzung durch den Abrieb dann eher noch schlechter.

- Schrauben der Riegelzentralabdeckung locker, weil die Schrauben ohne Schraubensicherung eingesetzt wurden. Irgendwann drehen sich die handwarm eingesetzten Schrauben heraus, im schlimmsten Fall fällt dann die gesamte Riegelzentrale auseinander - auch für jeden Techniker ein Horrorszenario.

- Notverschlussseile sind nicht richtig befestigt / gesichert. In vielen Modellen befinden sich Notverschlüsse unterschiedlicher Bauart, welche durch ein ausgeklügeltes Spannseilsystem ausgelöst werden, wenn das Spannseil beispielsweise bei einem Aufbruchversuch getrennt wird. Die Notverschlüsse lösen natürlich auch aus, wenn das Seil dadurch entspannt wird, weil es sich im Betrieb eigenständig lockert, weil unzureichend gesichert. Auch in diesem Fall lässt sich der Tresor trotz geöffnetem Schloß nicht mehr öffnen.

- zudem gibt es von Modell zu Modell unterschiedliche Sicherungseinbauten, die, wenn unzulänglich montiert, durchaus ungewollt auslösen können. Das Bild zeigt eine solche Situation: Ein seilgeführtes Riegelwerksperrelement, welches auf einem angeschweißten Gewindestab beweglich geführt wird. Ich erkläre es Ihnen einmal. Die Spannfedern sind seilverbunden und bringen bei Erschlaffen des Seiles das Sperrelement in Sperrposition. Die Gewindestäbe von Sperrelement und Spannfedern sind mittels verklebter Gewindemuttern derart zu sichern, dass sich weder Spannfedern noch Sperrelement eigenständig lösen können. Wie Sie sehen, sehen Sie hier davon nichts. Das Sperrelement hatte sich übrigens nach wenigen Monaten Nutzung hier bereits um zwei Gewindegänge verschoben (da reicht ein festeres Zuschlagen der Tür!). Noch ein paar weitere solche Stöße hätten ausgereicht, dass das Sperrelement sich vollends vom Gewindestab gelöst hätte. Dies hätte bewirkt, dass sich schlagartig das Spannseil entspannt hätte und weitere vorhandene Sperrelemente das Riegelwerk blockiert hätten. Der Nutzer hätte völlig unerwartet und völlig spontan den Tresor nicht mehr öffnen können, Folge wäre ein destruktiver Aufbruch des Tresors gewesen. Wir haben solche Montagefehler an gleichartigen Produkten mehrfach beobachtet und mehrfach beim Hersteller interveniert, wie sich immer wieder herausstellt, offenbar erfolglos. Diese Modelle haben durch Dumpingpreise eine hohe Marktdurchdringung. Die Freude über ein vermeintliches Schnäppchen kann also recht schnell dem Entsetzen über die genauso billige Qualität weichen. Daneben sehen Sie ein sehr gutes Beispiel für einen hochwertigen Notverschluß mit einem gefederten selbstsichernden Sperrelement, welcher fest in die Tresortür eingeschweißt wird und somit an der richtigen Stelle dauerhaft sicher sperrt.ungesicherter_Notverschluss_ISS_Paris

 

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Und nun zeigen wir Ihnen noch zwei Fotos, links wieder das Riegelwerk des Billigtresors mit unzureichender Mitnehmerstifteinpressung und ohne Überlastschutz (Achtung, in unserem Shop finden Sie auch Tresore mit einem solchen Riegelwerk, nur DA sind die Mitnehmer fest vernietet und können sich nicht lockern und bieten einen konstruktiven Überlastschutz!), rechts finden Sie ein Beispiel für einen zahnradgesteuerten Riegelwerksantrieb mit konstruktivem Überlastschutz:

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PS: Wer denkt da jetzt nicht ans Autogetriebe? Was ist Ihnen lieber? LADA oder BMW? BMW kostet aber mehr.

Jetzt sitzen Sie vor dem Internet und fragen sich zu Recht: woran erkenne ich denn, ob das angebotene Modell sauber gefertigt worden ist? Nun ja, Sie können das nicht erkennen. Aber wir! Bei HFD profitieren Sie von unserer Erfahrung im Service. Vertrauen Sie der HFD Qualität, auch wenn unsere hochwertigen Produkte aus gutem Grund nicht zu Schleuderpreisen angeboten werden, so können Sie manche unliebsame Überraschung vermeiden.