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Kaufberatung Waffenschrank - wichtige Hinweise

Waffenschrank Beratung

Waffenschrank Beratung

Unsere KAUFBERATUNG für einen Waffenschrank

 

Beim Kauf von einem neuen Waffenschrank gibt es viel zu beachten.

Gerade Jungjäger und Jungschützen haben noch nicht die Erfahrung eines Altmeisters und zahlen oftmals, im wahrsten Sinne, Lehrgeld. Die Kosten der Ausbildung waren bereits erheblich, die erste Waffe ist auch in aller Regel ein besonderes Stück, und von Optik über Zubehör, Bekleidung bis hin zum Offroader ist noch so manche Ausgabe zu führen. Da kann man ja wenigstens bei so etwas "Unnötigem", wie dem Waffenschrank sparen, diese Blechkästen sind doch alle gleich!? Mitnichten.

Zunächst einmal ist ein Waffenschrank nicht "unnötig", sondern als Aufbewahrungsort für Waffen eine behördliche Vorgabe, der man genauso nachzukommen hat wie der Erwerb eines Führerscheins, bevor man ein Kraftfahrzeug führt. Erst, wenn man das Vorhandensein eines zugelassenen Waffenschrankes nachweist, wird die Erlaubnis zur Übernahme einer Waffe erteilt.

Seit 1994 gibt es Tresore (und damit auch Waffenschränke) in den Widerstandsklasse 0 (bzw. in Deutschland auch N genannt) bis VI nach EN 1143-1. Für Waffenbesitzer von Relevanz sind jedoch nur die Klassen 0 und I.

 

Waffenschrank Klasse 0 oder Klasse 1?

Sie benötigen einen Waffenschrank Klasse 0, wenn Sie:

  • den Schrank im "ständig bewohnten Bereich" aufstellen und
  • Langwaffen in nicht begrenzter Anzahl,
  • bis zu 5 Kurzwaffen (bei Waffenschrankgewicht UNTER 200 kg),
  • bis zu 10 Kurzwaffen (bei Waffenschrankgewicht ÜBER 200 kg) sowie
  • Munition ohne Begrenzung

aufbewahren möchten.

Schränke unter 200 Kilo sind in der Regel zu verankern, Schränke ab 200 Kilo können in der Regel frei stehen, sprechen Sie diesbezüglich aber vorab mit Ihrem Sachbearbeiter der Behörde.

Zum "ständig bewohnten Bereich" zählen in der Regel die Räumlichkeiten Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses, bei Einfamilienhäusern auch Kellerräume. Zu "nicht ständig bewohnten Räumlichkeiten" zählen beispielsweise Keller- oder Bodengelasse in Mehrfamilienhäusern, Nebengebäude wie Scheunen oder Stallungen, Ferienwohnungen oder -häuser oder andere Räumlichkeiten, die nicht nur dem Waffenbesitzer einfach zugänglich sind, wobei hier in der Regel die maximal zulässige Anzahl an Waffen auf drei Langwaffen und eine Kurzwaffe begrenzt wird. Auch hier gilt: sprechen Sie Ihr Vorhaben mit dem für Ihr Anliegen zuständigen Mitarbeiter der Behörde im Vorfeld ab.

 

Sie benötigen also u.a. einen Waffenschrank Klasse 1, wenn Sie:

  • Langwaffen in nicht begrenzter Anzahl,
  • Kurzwaffen in nicht begrenzter Anzahl,
  • Munition ohne Begrenzung oder
  • den Schrank im "nicht ständig bewohnten Bereich" aufstellen.

Eine Besonderheit stellen Garagen dar. In Garagen dürfen gar keine Waffenschränke aufgestellt werden, unabhängig, ob diese im Gebäude integriert oder freistehend sind! Hintergrund: Gem. ALLEN deutschen Landesbauordnungen sind Garagen zweckgebundene Gebäude oder Gebäudeteile, nämlich für die Unterstellung von Kraftfahrzeugen und deren Zubehör. Die Verwendung als Lager für andere Gegenstände, unabhängig davon, ob es sich dabei um alte Möbel, Teppiche, die alte Waschmaschine, Gartengeräte oder eben den Waffenschrank handelt, ist somit rechtswidrig - und wird daher in der Regel bei einer Begehung der Behördenmitarbeiter beanstandet, zumal Munition zu den "explosionsgefährdeten Stoffen" zählen.

In beiden Widerstandsklassen dürfen dann auch alle genannten Gegenstände ohne weitere räumliche Trennung gelagert werden, die früher üblichen Innentresore sind somit bei Waffenschränken nach Euro-Norn EN 1143-1 entbehrlich und gehören daher nicht weiter zur Grundausstattung eines Waffenschrankes. Praktischerweise sollte man jedoch einen Augenmerk auf möglichst umfangreiche Ablagen legen, auf denen sich Kurzwaffen, Munition und Zubehör komfortabel verstauen lassen.

 

"Wenn es also seit 1994 bereits nach EN 1143-1 zertifizierte Waffenschränke gibt, könnte man ja auch einen guten Gebrauchten von jemand kaufen, der sein Hobby aufgibt, die sind billiger", hört man häufig. Ein Trugschluß.

Fakt ist: die Schränke mit EN-Zertifizierung waren schon immer wesentlich teurer, wie die Schränke nach Sicherheitsstufe A oder B nach VDMA 24992, die noch bis Mitte 2017 laut Waffenrecht ausreichend zur Waffenaufbewahrung waren und wurden daher nur statistisch jedem 200. Waffenbesitzer vor Einführung des neuen Waffenrechts erworben.

In der Regel waren dies aber nicht Hobbyschützen, sondern passionierte Jäger oder Waffensammler, welche diese Schränke aus entweder einem besonderen Sicherheitsempfinden kauften oder aus versicherungsrechtlichen Gründen, wenn sie bspw. ihre wertvollen Waffen auch über eine Hausratversicherung absichern wollten. Die haben allerdings heutzutage in den seltensten Fällen ein Interesse daran, sich von diesen Schränken zu trennen, und auch nach deren Tod werden solche Schränke meistens von anderen Familienmitgliedern im Rahmen der Erbfolgeregelung übernommen und weiter betrieben. Zudem waren dies oftmals auch recht große und schwere Schränke mit einem Gewicht von 400 Kilo oder mehr - also nicht gerade die Schränke, die man mal eben irgendwo aus dem Keller hievt und mit dem Passat Kombi abholt. Was man auch bedenken sollte: in vielen Fällen orientiert sich der Preis bei einem solchen Angebot an den heutigen Preisen für vergleichbare Schränke, obwohl ein solcher Schrank Mitte der 90er in DM soviel gekostet hat wie heute, 25 Jahre später, in Euro. Oftmals ist auch die Technik mangels Wartung nicht unerheblich verschlissen, denn: Hand auf's Herz - wer denkt schon daran, in regelmäßigen Abständen die Verschleißstellen an einem Waffenschrank abzuschmieren?

 

Wichtige Fragen und Antworten zur Waffenaufbewahrung

"Wieso gibt es denn ein neues Waffenrecht für Waffenschränke? Mit den alten Schränken ist ja auch nie was passiert!"

Die neue Vorschrift gibt es, weil Tresore und Waffenschränke, welche nach VDMA 24992 gefertigt worden sind, nur Bauvorschriften wie Mindest-Materialstärken etc. enthielten, die Schränke aber keiner Einbruchschutzprüfung unterzogen wurden, um Festzustellen, in welcher Zeit ein Einbrecher den Schrank mit welchem Werkzeug öffnen kann. Aus diesem Grund haben die europäischen Sachversicherer Einbruchprüfungen entwickelt, in denen Prüfingenieure nach den Erkenntnissen der Ermittler und Sachverständigen mit den verschiedensten Werkzeugen die Aufbrüche nachstellen, einmal für ein Handloch (Teilzugriff), durch welches kleinere Gegenstände entnommen werden können, zum anderen für den Vollzugriff (Tür lässt sich öffnen und jeder Inhalt kann entnommen werden). Je nach Werkzeug und Zeitbedarf wurden somit die Widerstandsklassen 0-VI nach EN 1143-1 eingeteilt.

Im Laufe der Jahre haben dann die Versicherungsgesellschaften keine Neuverträge in der Hausratversicherung mehr abgeschlossen, wenn die Wertgegenständen nicht in Tresoren mit typgeprüftem Einbruchschutz nach EN 1143-1 gelagert wurden. Aufgrund dieser Nichtversicherbarkeit der Schränke nach VDMA 24992 hat der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer VDMA dann das Einheitsblatt 24992 zum 31.12.2003 ersatzlos zurückgezogen. Die Bundesregierung hat darauf erst mit dem neuen Waffenrecht 2017 reagiert, im Zeitraum 2004-Mitte 2017 wurden also im Waffenrecht noch Schränke vorgeschrieben, deren Bauartvorschrift gar nicht mehr existierte!

 

"Ist denn die Anzahl der Waffenhalter realistisch?"

Eine gern und berechtigte Frage. Wobei: Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Waffen in einem Schrank nach EN 1143-1 aufbewahrt werden müssen. Von "Optik", "Zielfernrohr" oder auch "Schalldämpfer" steht da nichts. Und so, wie es den Gesetzgeber nicht interessiert, ob Sie Ihre Waffe nun mit oder ohne Optik einstellen möchten und ob Sie nun eine schmale Optik, wie bspw. die Swarovski Z8i-8x24L oder eine voluminösere Optik wie bspw. die Zeiss Victory V8 4.8-35x60 montiert haben, so orientiert sich auch ein Waffenschrankhersteller nur an den Notwendigkeiten, also nur an den Waffen selbst. Zudem gibt es unzählige Montagelösungen für Optiken, fest, reversibel oder schwenkbar. Für die Frage, welcher Schrank für welchen individuellen Waffenbestand geeignet ist, sollten Sie also Ihre Waffen nach Gesamtlänge, Gesamtbreite und Gesamttiefe ausmessen, und zwar so, wie Sie die Waffe auch einzustellen gedenken, also ggf. mit aufgesetzter Optik und/oder aufgesetztem Schalldämpfer und ggf. weiterer Baugruppen. Mit diesem Ergebnis beachten Sie bitte die Innenabmessungen der Schränke, denn die sind dann der wichtige Hinweis, wie die Waffen zueinander stehen könnten. Planen Sie auch etwas Platz zwischen den einzelnen Waffen, denn Sie möchten ja auch nicht, dass die Optiken bspw. am Kammerstängel der Nachbarwaffe anschlagen, was optmals teure Reparaturen nach sich zieht.

Fazit: wenn Sie NUR die Waffen ohne Zubehör unterbringen möchten bzw. zum Einstellen der Waffen alle Optiken abnehmen, wird in der Regel die angegebene Anzahl an Waffenstellplätzen auch vollständig bestückt werden können. Wenn Sie jedoch Waffen mit Optiken einstellen möchten, wird dadurch der eine oder andere Stellplatz verloren gehen. Daher ist es ratsam, diesen Aspekt vor Erwerb in Ihre Überlegungen einzubeziehen. Vielfach halten Waffenbesitzer auch einen Mischbestand an Waffen mit und ohne aufgesetzte Optik vor, hier gilt es, die Aufstellung sorgsam zu planen. Ohnehin steht die "Lieblingswaffe" auch stets an vorderster Stelle und sehr zentral, eben "zur Hand".

 

"Gibt es sonst noch etwas, worauf ich achten muss?"

Ein Waffenschrank ist wie ein Tresor, der soll - und kann - ewig halten. Tut er auch, wenn man ein wenig auf die Qualität achtet. Schaut die Kiste von außen noch ziemlich gleich öde aus, sollte man davon noch nicht auf das Innenleben schließen, die Technik. Schauen Sie, wie fänden Sie es, wenn bei einer Waffe nach wenigem Gebrauch der Schlagbolzen verklemmt, die Repetiervorrichtung hakt, die Kimme plötzlich abfällt oder sich der Schaft löst, weil er nur mit einem windigen Popniet befestigt wurde? Aha, Sie lachen oder runzeln die Stirn, weil Sie genau das nicht erwarten.

Blech ist Blech und Lack ist Lack, das ist völlig richtig. Der Teufel steckt jedoch im Detail. Nehmen wir an, Sie kommen frühmorgens vom Ansitzen, wollen nur schnell die Waffe in den Schrank stellen - und der geht nicht auf. Kann daran liegen, dass sich ein Bolzen gelöst hat, weil er verclipst und nicht verschraubt wurde, ein Antriebssplint in der Riegelwerkzentrale sich gelöst hat und eine komplette Riegelstange dadurch nicht mitgenommen wird, sich die Tür im Rahmen gesenkt hat, weil Scharniere ohne Abriebschutz verarbeitet wurden, eine Notverriegelung ausgelöst worden ist, weil sie unzulänglich montiert wurde oder aber ein Schloß versagt, weil bei seiner Produktion auf billigste Baugruppen statt auf wertige Baugruppen geachtet wurde. Schon ist der Ärger da, und in den allermeisten Fällen kostet so ein Vorfall viel Geld für Öffnung und Reparatur oder Ersatzbeschaffung eines neuen Schrankes. Ein guter Schrank muss nicht teuer sein, aber ein billiger Schrank ist nicht umsonst so billig. Sie können in der Regel nicht hinter das Abdeckblech schauen, und wenn, wüssten Sie auch nicht, auf was Sie achten sollten. Fragen Sie uns, wir verraten es Ihnen und zeigen Ihnen auch gern an unserem Lager direkt am Objekt, was die Unterschiede sind und welcher Schrank der Preis-/Leistungssieger ist und genau zu Ihnen passt.

Nur mit einer fundierten Beratung finden Sie also den für Sie passenden Waffenschrank.

Vereinbaren Sie gern heute Ihren Beratungstermin unter Telefon 0152 3362 0971. HFD - wir lieben Fragen.