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Waffenschranktest - Prüfkriterien

Waffenschranktest - Prüfkriterien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verpackung/Transportschutz:

Damit Ihr Waffenschrank auch vernünftig bei Ihnen ankommt, sollte er vernünftig verpackt sein. Eine standsichere Palette, ein vernünftiger Karton, eine folierte Umpackung und ein weiterer Schutz für vorstehende Schrankelemente sind entscheidend, wenn es gilt, einen Transportschaden möglichst auszuschließen (Im Bild: Innenverpackung eines Waffenschrankes, Verladung von Tresoren durch Speditionen)

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Schloß / Türöffnung:

Typ Doppelbartschloß: ein Standardschloß eines deutschen Markenherstellers ist preisgünstig als Ersatz zu beschaffen und ohne größere Probleme auszutauschen, wenn bspw. ein Schlüssel verloren geht (Im Bild: Standardschloß CAWI 2648 Optima, Sonderschloß BURG WÄCHTER SECU S 1000).

Cawi 2648 im Riegelwerk  Burgwaechter_SECU_S1000


Schlüssellänge: entscheidend für eine komfortable Mitführung der Schlüssel bspw. am Schlüsselbund (Im Bild: Unterschiedliche Schlüssel, 65 und 105mm lang).

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Art und Ausführung des Türgriffs: Türgriffe aus Metall sind stabil und langlebiger als Türgriffe aus Kunststoff, die im Gebrauch des Öfteren abbrechen können, was die Bedienung erschwert und zu unnötigen Kosten für eine Erneuerung des Griffes führt (Im Bild: Dreiarmgriff aus Metall, Einarmgriff aus Metall, Klappgriff aus Kunststoff).

Dreiarm_1  Haengegriff  IMG_20200824_093116

 

 

Befestigungsmöglichkeiten:

Die Euronorm EN 1143-1 schreibt für alle Tresore und Waffenschränke, die ein Eigengewicht unter 1000kg aufweisen, die Verankerung vor. In den waffenrechtlichen Widerstandsgraden N / 0 und I hat die Verankerung mit einem Auszugswert von min. 50kN zu erfolgen. Wenn Sie den Wert des Inhaltes Ihres Waffenschrankes über die Hausratversicherung versichern möchten, ist versicherungsrechtlich eine solche Verankerung unumgänglich.

Im Waffenrecht wird nahezu regelmäßig auf die Pflicht zur Verankerung verzichtet, wenn der Waffenschrank bei Nutzung im privaten Bereich ein Eigengewicht von 200kg überschreitet. Wichtig: diese Regel kann, muss aber nicht von der Waffenbehörde angewendet werden.

Je mehr Verankerungsmöglichkeiten im Boden und / oder der Rückwand Ihnen zur Verfügung stehen, desto variabler sind Sie also in der Verankerung. Auch ggf. mitgeliefertes Verankerungsmaterial ist jedoch auf seine Eignung zu überprüfen. Entscheidend ist hier das Material, in dem verankert wird, und für jedes Material gibt es Verankerungsmittel, die geeignet oder ungeeignet sind (Im Bild: Bodenverankerung, einzelne Rückwandbohrung, doppelte Rückwandbohrung).

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Türsicherheit:

Hinter der Innentürverkleidung spielt sich ab, ob ein Waffenschrank hochwertig und langlebig ist oder ob mangelndes Können in der Produktion zu Problemen bis hin zur Nichtöffnung des Waffenschrankes vorhanden sind. Dies wiederum entscheidet darüber, ob Sie über kurz oder lang mit unerwarteten, teils nicht unerheblichen Kosten für Kundendienst, Reparatur oder Neuanschaffung aufgrund eines Totalausfalls rechnen müssen.

Befestigung der Riegelbolzen am Riegelgestänge: löst sich ein Bolzen, lässt sich der Schrank nicht mehr öffnen, da dieser Bolzen dann nach dem Zusperren nicht zurück in die Tür gezogen wird (Im Bild: Clipbolzen mit auseinandergebogener SL-Klammer, Clipbolzen mit aufgesteckter SL-Klammer, verschraubter Riegelbolzen).

Bolzen_mit_verbeulter_Klammer  Bolzen_mit_Clip  verschraubter_Bolzen

Bolzenführung: Die Durchführung der Bolzen durch den Türrahmen ist ein wichtiger Aspekt, ob ein Riegelwerk gut läuft oder klemmt. Läuft ein Bolzen schief in der Bolzenführung, läuft er sich in der Regel fest, sprich: das Riegelwerk ist schwergängig (im Bild: Riegelbolzenführung).

Riegelbolzenfuehrung

Riegelstangenführungen: diese sollen verhindern, dass sich die Riegelstangen über ihre Länge hinweg verbiegen und somit ebenfalls zur Schwergängigkeit beitragen. Sind die Führungen allerdings "windschief" gearbeitet, erhalten wir den gegenteiligen Effekt, die schiefe Riegelstangenführung begünstigt die Schwergängigkeit (im Bild: einfache Riegelstangenführung).

Riegelstangenfuehrung

Riegelzentrale: Hier erfolgt durch Drehen am Türgriff das Ein- und Ausfahren der Riegelgestänge. Eine Fehlfunktion hier hat katastrophale und somit teure Folgen. Gerade bei eingepressten Mitnehmerbolzen in eigenproduzierten Riegelzentralen ist, oftmals begüntigt durch andere verursachte Schwergängigkeiten der Verriegelungsstangen, zu beobachten, dass sich die Stifte lockern oder herausbrechen, wodurch sich die betreffende Riegelstange nicht mehr bewegen lässt (Im Bild: einfaches Riegelwerk mit Einpressbolzen, Markenriegelwerk mit Zahnantrieb).

Einpressbolzen-Riegelwerk  Riegelwerk_Zahnriegelwerk

Scharniersicherung: Die Scharnierseite muss gegen Aushebeln gesichert sein. Dies kann durch punktuelle, bewegliche oder feste, Riegelbolzen oder aber eine vollflächig durchlaufende stabile Hintergreifschiene erreicht werden (im Bild: Hintergreifschiene)

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Durchschlagschutz für das Schloß: ein wichtiges Sicherheitselement, was eine Öffnung des Tresors in dem Fall verhindert, wenn das Schloß aus seiner Position entfernt wird. Je weiter von der Riegelzentrale entfernt ein Schutzelement sitzt, desto wirkungsvoller ist es, da es bspw. bei Angriff mit einem Winkelschleifer nicht entfernt wird. Ein aktives System ist einem statischen System vorzuziehen. Ein wirkungsvoller Schutz des eigentlichen Schloßriegels in der Riegelzentrale ist in der Regel ein Basiselement (Im Bild: Durchschlagschutz für Schloßriegel, aktiver Relocker)

Durchschlagschutz   Relocker

Punktabzüge sind dann vorzunehmen, wenn der Prüfkörper aufgrund Mängeln in der Konstruktion, Produktion und Endabnahme beeinträchtigt ist (Beispiele im Bild: vergrateter Riegelbolzen, verdengelter Riegelbolzen, schief eingeschweißte Bolzenstange, schiefe Schweißverbindungen, Dreck im Riegelwerkkasten, Fremdkörper Schweißdraht, Bolzenschiene erreicht Anschlag nicht, wirkungslos eingeklebte Dichtung ).

Bolzen_mit_Graten   IMG_20200824_091802  IMG_20200824_092425  IMG_20200824_092418   ISS_Schmutz_in_Tuer IMG_20200824_092340 IMG_20200824_092404  IMG_20200824_093513

Scharniere:

Aushängbare Scharniere erleichtern dem Kunden den Transport zum gewünschten Standort. Reiben gleiche Materialien aufeinander, reiben sie sich gegenseitig ab. Konstruktiv muss hier also eine Trennung erfolgen, da sich ansonsten die Tür im Laufe der Nutzung durch den gegenseitigen Abrieb absenkt und irgendwann am Gehäuse anschlägt, was dann zu massiven Verriegelungsproblemen führt. Mit einer Höhenverstellung am Scharnier lässt sich ggf. ein Absenken der Tür ausjustieren. Sie ist aber nur dann zwingend notwendig, wenn keine andere Vorkehrung als Abriebschutz vorgesehen ist (im Bild: festes Scharnier Tür nicht aushängbar, aushängbares Scharnier mit Abriebschutz, Material getrenntes Scharnier).

IMG_5832   IMG_5818   GUNTRESS_Scharniere

Eine möglichst weite Türöffnung ist für eine bequeme Bestückung eines Waffenschrankes wichtig.

 

Waffenhalter:

Die Waffen sollen stabil stehen und die Waffenhalter dürfen die Waffen nicht beschädigen, selbst aber auch durch die Benutzung nicht geschädigt werden können. Bei Schaumstoff-Waffenhaltern brechen zuweilen nach einiger Zeit einzelne Stücke heraus, wodurch die Nutzung des Halters an dieser Stelle eingeschränkt werden kann. Eine Verstellbarkeit der Waffenhalter führt zu einer größeren Variabilität. Ein ausreichender Schaftschutz am Boden sollte wirkungsvoll sein (Im Bild: Waffenhalter aus Holz, Waffenhalter aus Weichschaumstoff).

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Zubehör:

Ein Waffenschrank sollte eine große Variabilität für verschiedenes Zubehör aufweisen.

Halterungen für Putzstöcke sollten vorhanden sein und dann auch geschraubt oder gesteckt, damit sie auch einfach entfernt werden können, sollten sie stören (im Bild: gesteckter Putzstockhalter, mehrteiliger geschraubter Putzstockhalter).

Putzstockhalter_gesteckt  Waffenschrank_Guntress_Putzstockhalter

Ablagemöglichkeiten für Kurzwaffen und Munition sind zwar nicht vorgeschrieben, aber äußerst praktisch. Fachböden sollten in der Höhe variabel sein, und Türboxen sollten nicht über die Türverkleidungsplatte in den Innenraum hineinragen (im Bild: höhenverstellbarer Fachboden mit Öffnung für längere Waffe, türintegrierte Staubox).

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Ein nettes Zubehör ist eine Schlüsselleiste, wo bspw. der Schlüssel für den Jeep, die Jagdhütte oder einen separaten Munitionsschrank sicher und übersichtlich platziert werden können (im Bild: Hakenleiste für Schlüssel).

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Ein besonderes Highlight wäre die Verfügbarkeit eines Regalteils. Hierfür würde sich allerdings die Kapazität der Langwaffenstellplätze verringern (im Bild: Regalteil mit verstellbaren Fachböden).

GUNTRESS_TOP3_Regalteil_Detail

 

Sonstige Bewertungskriterien:

Hier bewerten wir das Prüfstück auf seinen optischen Gesamteindruck.